"Diese WM war ein großer Erfolg
  • 31.10.2021

Radball fasziniert, das ist nichts neues, weil mehr Action auf der Fläche einfach nicht geht. Doch auf die Podiums-Besetzung der WM in Stuttgart hatten selbst Insider anders getippt. Gold holten sich die Cousins aus Stein bei Nürnberg, Bernd und Gerhard Mlady. Nach einem 5:2 im Endspiel gegen die Schweizer Waibel-Brüder.

Radball fasziniert, das ist nichts neues, weil mehr Action auf der Fläche einfach nicht geht. Doch auf die Podiums-Besetzung der WM in Stuttgart hatten selbst Insider anders getippt. Gold holten sich die Cousins aus Stein bei Nürnberg, Bernd und Gerhard Mlady. Nach einem 5:2 im Endspiel gegen die Schweizer Waibel-Brüder.
Die wiederum hatten im Halbfinale die hochgehandelten und späteren Dritten aus Österreich überraschend ausgeschaltet. Es ist müßig zu erwähnen, dass die Porsche-Arena brodelte, wenn die Mladys einen Treffer erzielten oder Keeper Gerhard die Bälle fast magisch anzog. Die Fans tauften ihn „Wand aus Stein“ oder „Gerhard the wall“, beides absolut zutreffend.
Vorher war volle Konzentration angesagt. In der Vorschlussrunde gegen Tschechien hieß es Zittern bis zur letzten Sekunde, dann war der 5:4-Erfolg unter Dach und Fach. Aus den Lautsprechern hämmerte der Helene-Fischer-Song „Herzbeben“, das beschrieb die Stimmungslage auf den Rängen perfekt.
Denn selten verlief ein WM-Turnier der Rosshaarkugel-Fraktion so ausgeglichen. Auch die Top-Teams leisteten sich Ausrutscher gegen die vermeintlich Kleinen – attraktiver kann ein Turnier kaum ablaufen. Und das Publikum verabschiedete sogar die Letzten der B-Gruppe (Ungarn und Hongkong) mit donnerndem Applaus.
„Ja, wir sind hier schwer reingekommen. Aber am Ende lag unser Leistungsniveau sogar über jenem von Dornbirn“ (Anm.: als sie 2017 ihren ersten WM-Titel ergatterten), zog Bernd Mlady sein Fazit. Gerhards Statement klang so: „Auf dem Podium zu stehen ist unbeschreiblich. Ich fühle mich wie in einer Wolke.“

Völlig losgelöst kommentierte aber auch Austrias Abonnements-Sieger Patrick Schnetzer (sieben WM-Titel) das Geschehene. „Wir sind mit Bronze zufrieden und haben im kleinen Finale unser bestes Match abgeliefert.“ Die Eidgenossen Severin und Benjamin Waibel strahlten über Silber. „Unser halbes Dorf war hier – und die zweite Hälfte der Einwohner Pfungens verfolgte die WM Zuhause im Livestream.“
Aus Sicht von Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, waren die WM-Tage intensiv, emotional und auch die Organisation lief perfekt. „Diese Weltmeisterschaften waren ein großer Erfolg. Sportlich sensationell für das Team des BDR und sensationell durch die Atmosphäre in der Porsche-Arena. Wir können diese Titelkämpfe sicher nicht mit den beiden Weltmeisterschaften 2010 und 2016 vergleichen, da die Voraussetzungen in diesem Jahr im Zuge der Corona-Pandemie und all den Hygienemaßnahmen, ganz andere Herausforderungen mit sich gebracht haben. Es ist aber ein positives Signal, immerhin waren es die ersten WM-Titelkämpfe in der Halle in Deutschland nach langer Zeit. Knapp 12.000 Radsport-Fans haben an drei Wettkampftagen die Porsche-Arena zum Beben gebracht und die Athletinnen und Athleten aus 18 Nationen gefeiert. Das war WM-Stimmung pur in der Porsche-Arena – so muss es sein.“

Zurück